Archiv

Das Trierer Maibündnis organisiert seit 2015 eine Demonstration und ein Straßenfest anlässlich des 1.Mai. Den stets antikapitalistischen Aufruf unterstützen dabei von Jahr zu Jahr mehr Organisationen aus Trier und der Umgebung. Das Straßenfest fand immer in der Nähe des Trierer Infoladens statt – 2015 in Trier-Süd und ab 2016 nahe den aktuellen Räumlichkeiten in Trier-West. In den Jahren 2015-2017 fand das Fest immer im Anschluss an das DGB-Fest am 1.Mai, seit 2018 am 30. April, also am Vorabend des 1. Mai statt. Hier findest Du eine Übersicht über die Aktivitäten des Maibündnisses:

Demonstration 2021

2021 stand, wie auch bereits 2020 ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Im zweiten Jahr des SARS-Cov-19-Virus‘ hatte sich das Maibündnis entschlossen aus infektionsgründen zwar kein Straßenfest zu organisieren, jedoch eine kraftvolle Demonstration mit klaren antikapitalistischen Forderungen auf die Beine und die Straße zu bringen.

Aufruf des Maibündnisses 2021:

Auf zum 1. Mai – Lasst die Reichen für die Krise zahlen!

Mehr als ein Jahr leben wir nun in einer globalen Pandemie und nach dieser Zeit bleibt festzustellen: Die Corona-Strategie der Bundesregierung hat versagt. Tausende Tote, überfüllte Krankenhäuser, Pfleger:innen und Ärzt:innen am Ende ihrer Kräfte, Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit, Gastronom:innen und Künstler:innen vor dem Ende der Existenz, Schüler:innen in überfüllten Bussen und schlecht ausgestatteten Schulen, die Liste ist lang. Die Regierungspolitik zeigt: Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist nicht im Stande, eine angemessene Antwort auf die aktuelle Krise zu finden.

Ob es zu Beginn der Krise fehlende Schutzausrüstung war oder heute die Tatsache, dass es nicht ansatzweise genügend Impfstoff gibt, um mit der Mutation des Virus schrittzuhalten – Schuld ist die Profitausrichtung des Gesundheitssektors. Das müsste nicht so sein. Schutzausrüstung könnte bevorratet und Impfstoffe gemeinsam entwickelt und produziert werden, wenn diese essenziellen Bereiche verstaatlicht wären. Gesundheit ist ein Menschenrecht und sollte daher für alle uneingeschränkt gelten – ohne Verwertungslogik des Kapitals.

Allein die 25 größten Privatvermögen der Welt, die während der Krise nochmal um Millionen von Dollar gewachsen sind, würden (weit) mehr als hundertmal ausreichen, um den Welthunger zu stillen. Mit diesem Vermögen könnte man nicht nur Millionen Menschen sättigen, sondern auch entschiedene Maßnahmen gegen die menschengemachte Klimakrise umsetzen. Und währenddessen wissen unzählige Menschen nicht, wie es weiter gehen soll. Wie den nächsten Kredit finanzieren? Wie das eigene Geschäft halten? Wie die Risikogruppen in der eigenen Familie versorgen? Und nebenbei noch im Home-Office die Kinder betreuen. Was ist mit der eigenen Gefahr, sich zu infizieren, weil man weiter zur Arbeit muss? Wer haftet für Folgeschäden einer Corona-Infektion, die man sich bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin eingefangen hat?

Wer sieht, wie viele Menschen zurzeit an den Rand des Abgrunds gedrängt werden, der kann über die Mitteilung, „der deutschen Wirtschaft gehe es besser als erwartet“ nur verächtlich lachen. Denn: Was nützt die ganze Kohle, wenn sie bei einigen wenigen in der Tasche landet, während der Rest vor die Hunde geht? Während noch immer Geflüchtete an den EU-Außengrenzen sterben oder von der EU-Agentur FRONTEX zurückgedrängt oder organisiert sterben gelassen werden – während noch immer Moria und andere Lager das wahre Bild der Friedensnobelpreisträgerin Europäischen Union zeigen.

Während auf eine Vermögenssteuer oder einmalige Reichen-Abgaben verzichtet wird und erneut mehr Geld in Autos, Braunkohle, Waffen und Panzer fließt, wurde viel zu wenig in Luftfilteranlagen für Schulen, für den Ausbau des ÖPNV, für die Aufstockung des Kurzarbeitergeldes, bessere Bezahlung der Pflegekräfte, Aufstockung der Gesundheitsämter oder kostenlose Masken für alle investiert. Stattdessen pumpt die Regierung Geld in Unternehmen, die ihren Aktionären Boni auszahlen und mehr als 30.000 Menschen entlassen.

Das ist eine wahre Schweinerei und erfordert Antworten, die weder das Virus noch seine Gefährlichkeit leugnen, sondern diejenigen in die Verantwortung nehmen, die zurzeit von der Krise profitieren. Es braucht eine klassenbewusste Antwort von unten – also von uns.

Lasst uns daher am 1. Mai gemeinsam ein Zeichen setzen: Es reicht! Diese Krise geht nicht auf unsere Kosten! Lasst die Reichen zahlen für Covid-19!

Am 1. Mai 2021 auf die Straße! Wir treffen uns zur Demonstration um 13 Uhr auf dem Trierer Hauptmarkt – natürlich mit Maske und Abstand!

Unterstützer*innen des Aufrufs 2021:

Animal Liberation Trier, Antifa Trier, Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG/VK), DGB Hochschulgruppe Trier, DGB Jugend Trier, Deutsche Kommunistische Partei (DKP) Trier, DIE LINKE. Trier, Feministisches Bündnis Trier, Fixed und Fertig Afterhour Racingteam Trier, Grüne Jugend Trier, junge NGG Trier, Trierer Jusos, Komplex – Infoladen Trier, Linke Liste an der Karl-Marx-Universität Trier, Linksfraktion im Trierer Stadtrat, Linksjugend [’solid] Region Trier, Punkrock-Tresen Trier, SJ – die Falken Stadtverband Trier, Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) Trier, VoKü Trier, ZeroCovid Trier

Aktion an der Porta Nigra 2020

2020 ist uns allen als Aufkommen des Virus SARS-Covid-19, der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Krise des Kapitalismus in Erinnerung geblieben. Ende April und Anfang Mai 2020 war das noch alles sehr neu und das Maibündnis hat sich dazu entschlossen weder eine Demonstration und erst recht kein Straßenfest zu veranstalten. Sichtbar wollte das Maibündnis jedoch trotzdem bleiben und hat Banner der unterstützenden Organisationen ausgelegt und Flyer gedruckt. Den Flyertext findet ihr hier:

Liebe Triererinnen und Trierer,

-wir sind das Trierer Maibündnis-

Seit 2015 veranstalten wir jedes Jahr eine Demonstration und ein Straßenfest unweit des Trierer Infoladens, mit dem wir stets ein Zeichen gegen den Kapitalismus und rassistische und faschistische Tendenzen in der Gesellschaft setzen, mit dem wir gegen Ausbeutung und Unterdrückung und für die Rechte der Arbeitenden und Entrechteten eintreten.

-Doch dieses Jahr ist alles anders-

Das Corona-Virus und die notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben uns, wie sehr viele Menschen weltweit, stark getroffen. Und trotzdem, nein gerade deshalb müssen wir mehr denn je unsere Forderungen und vor allem die Kritik am Kapitalismus in die Öffentlichkeit tragen – deswegen seht ihr, liebe Trierer*innen heute unsere Banner und Fahnen als Zeichen, dass wir weiterhin für die gute Sache streiten!

Fotoreihe zur Banneraktion:
(die Bildrechte liegen beim Komplex-Infoladen Trier)

Unterstützer*innen des Aufrufs 2020:

Animal Liberation Trier, Antifa Trier, Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG/VK) Trier, DGB Hochschulgruppe Trier, DGB Jugend Trier, DKP Trier, DIE LINKE. Trier, Fixed & Fertig Afterhour Racing Team, Grüne Jugend Trier, IG Metall Jugend Trier, junge GEW Trier, JungeNGG Trier, Trierer Jusos, Komplex – Infoladen Trier, KSJ Trier, Linksfraktion Trier, Linke Liste – Trier, Linksjugend [’solid] Trier, Multikulturelles Zentrum Trier, Ponyhof Shows, Punkrock-Tresen Trier, SDAJ Trier, SJ – Die Falken Stadtverband Trier, ver.di Jugend Bezirk Region Saar-Trier, Vokü Trier

Demo und Straßenfest 2019

2019 unterstützten wieder ein Vielzahl von Organisationen den antikapitalistischen Aufruf, Demo und Straßenfest. Wir haben uns sehr über den Auftritt des Saarbrücker Arbeiter*innenchors „Rote Concordia“, viele Stände und circa 250 Besucher*innen gefreut.

Aufruf des Maibündnisses 2019:

Reinfeiern in den 1.Mai – Einladung zu Demo und Straßenfest

Die Beschäftigtenzahlen erreichen Rekordwerte, die deutsche Exportwalze rollt und rollt, der Mindestlohn bahnt sich fleißig seinen Weg nach oben – können wir uns da am 1. Mai nicht alle zurücklehnen und die Wirtschaft vor sich hinbrummen lassen? Mal auf der Couch entspannen und stolz darauf sein, dass wir die Nummer 1 sind in Europa, ach was in der ganzen Welt?
In Frankreich, ja, da brennt die Hütte, da hat es die Regierung zu weit getrieben mit ihren Sparmaßnahmen, aber hier?
Hier läuft‘s.
Oder etwa nicht?

Seit Jahr und Tag wollen uns die Regierenden einreden, dass es diesmal aber wirklich keinen Grund mehr zur Beschwerde gibt. Wenn er es nicht schon war, so sei er nun endgültig vorbei, der Klassenkampf. Oder wie sie es eher nennen würden: der „Interessenkonflikt“. Die „leichten Unstimmigkeiten“ zwischen jenen, die am Fließband, dem Computer, für die Gäste, Kund*innen oder Patient*innen arbeiten und jenen, die daraus Profit ziehen wollen. Die, die reich waren, reich sind und reich werden, nicht weil sie arbeiten, sondern weil sie arbeiten lassen.
Doch wenn dieser Kampf tatsächlich zu Ende wäre, wenn er einer vertrauensvollen „Partnerschaft“ Platz gemacht hat – wie ist dann zu erklären, dass der größte Teil des Reichtums immer noch auf den Konten einiger weniger Bank- und Konzernimperien landet? Dass Millionen Menschen mit einem Mindestlohn oder Teilzeitarbeit abgespeist werden, die nicht annähernd ein glückliches Leben ermöglichen, geschweige denn vor Altersarmut schützen? Dass angemessenes Wohnen, gute Bildung und sichere Arbeit keine Menschenrechte, sondern Privilegien sind? Und dass rechte Demagogen von AfD & Co es schaffen, trotz an sich vorhandenem Überfluss mit dem Argument zu punkten, es sei nicht genug für alle da – nicht genug Platz, nicht genug Arbeit, nicht genug Zukunft?

So bitter es ist: Wir haben das Jahr 2019. Befinden uns in einem der reichsten Länder der Welt. Und müssen noch immer gegen all den Mist kämpfen, den das Leben in der heutigen Gesellschaft so mit sich bringt. Gegen Wohnungsknappheit und hohe Mieten. Gegen die Zerstörung der Umwelt. Gegen Ausbeutung. Gegen Sexismus. Gegen Rassismus. Gegen Faschismus. Gegen all die Versuche, noch ein Stückchen Selbstbestimmung, einen Rest Freiheit, das kleine bisschen Hoffnung auf eine bessere Welt durch den Fleischwolf des Kapitalismus zu drehen.

Dieser Kampf kostet Kraft und Kraft entsteht durch Solidarität. Solidarität ist keine Selbstverständlichkeit. Also lasst uns gemeinsam streiken, gemeinsam für die Überwindung des Kapitalismus und für die gleichberechtigte Teilhabe an einer besseren Gesellschaft protestieren oder auch: Gemeinsam in den Kampftag der Arbeiter*innenklasse reinfeiern!
Daher laden wir Dich ein, zu unserem traditionellen Straßenfest am 30. April 2019 auf dem Orli-Torgau-Platz in der Hornstraße in Trier-West zu kommen.

Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht!
– Rosa Luxemburg

Kommt am 30. April um 16:30Uhr zur Demo zur Porta Nigra und kommt anschließend in die Hornstraße und feiert mit uns!
Kommt am 1. Mai zur Kundgebung des DGB Trier auf dem Hauptmarkt und schließt Euch der Demo dort an!

Unterstützer*innen des Aufrufs 2019:

AG Frieden Trier, Animal Liberation Trier, Antifa Trier, Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG/VK) Trier, DGB Hochschulgruppe Trier, DGB Jugend Trier, DKP Trier, DIE LINKE. Trier, Fixed & Fertig Afterhour Racing Team, Grüne Jugend Trier, Internationalistisches Widerstandskomitee Trier, JCL – Déi jonk Kommunisten, junge GEW Trier, JungeNGG Trier, Trierer Jusos, Klimanetz Trier, Komplex – Infoladen Trier, KSJ Trier, Linksfraktion Trier, Linke Liste – Trier, Linksjugend ’solid Trier, Multikulturelles Zentrum Trier, Ponyhof Shows, Punkrock-Tresen Trier, Seebrücke Trier, SDAJ Trier, SJ – Die Falken Stadtverband Trier, Stella Nigra – Anarchistisches Kollektiv, ver.di Jugend Rheinland-Pfalz-Saarland, Vokü Trier

Demo und Straßenfest 2018

Wieder starke Demo durch die Trierer Innenstadt und ein Straßenfest diesmal mit circa 400 Menschen trotz erstmals wirklich schlechten Wetters. Demo und Straßenfest standen ganz im Zeichen des 200. Geburtstag des berühmtesten Sohns der Stadt, Karl Marx. Diesmal traten beim Fest der Trierer Rapper DMO, die Folkband Krach Capella Nigra und die Ska-Band Juggernout aus Bitburg auf. Prejudged Youth (heute „Graustufe West) mussten wegen plötzlichen Starkregens ihren Auftritt abbrechen. Nichts desto trotz ein gelungenes Fest zum Vortag des 1. Mai.

Aufruf 2018:

Aufruf zur Demonstration und zum Straßenfest zum Vorabend des 1.Mai 2018 vom Maibündnis Trier

Dieses Jahr findet in Absprache mit dem DGB die Demo und das Fest des Maibündnisses am Vortag des 1. Mai am 30. April statt!

Im Karl-Marx-Jahr 2018 werden wir am Vorabend des 1. Mai ein Straßenfest veranstalten. Wie in den letzten Jahren laden wir euch dafür in die Hornstraße in Trier-West ein!
200 Jahre Karl Marx und kein Ende der elenden Verhältnisse in Sicht.
Wohin man auch schaut, es sieht nicht gut aus:
Sozialabbau, Kürzungen und Schikanen des Arbeitsamtes machen das Leben vieler Menschen zur Hölle. Weltweit sehen wir einen
Rechtsruck, religiös motivierte Barbarei, sexualisierte Gewalt, Unterdrückung. Alles andere als ein Anlass zur Freude. Und trotz alledem gibt es Gründe zu feiern:
Noch immer gibt es Solidarität mit den Menschen, die vor Armut, Not, Krieg und Terror fliehen. Noch immer kämpfen Menschen im großen und im kleinen gegen Faschismus, Sexismus und Rassismus. Noch immer treten Menschen für eine befreite Gesellschaft ein.
Wir auch.

Wir wollen Solidarität mit denen, die für bessere Löhne und kürzere Arbeitszeiten streiken.
Wir wollen Solidarität mit denen, die unter sexistischen Übergriffen leiden.

Eine bessere Welt ist möglich, aber auch in der Walpurgisnacht lässt sie sich nicht herbeihexen. Wir müssen den bestehenden Verhältnissen entgegentreten und sie radikal ändern. Das heißt den Kapitalismus zu überwinden. Und zwar weltweit!

Am Vorabend des 1. Mai wollen wir also feiern, dass es immer noch möglich ist, „alle Verhältnisse um[zu]werfen, in den der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.“

Kommt am 30. April um 17 Uhr zur Demo zur Porta Nigra und kämpft und kommt anschließend in die Hornstraße und feiert mit uns!
Kommt am 1. Mai zur Kundgebung des DGB Trier auf dem Hauptmarkt!

Unterstützer*innen des Aufrufs 2018

AG Frieden Trier, Animal Liberation Trier, Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG/VK) Trier, DGB Hochschulgruppe Trier, DGB Jugend Trier, DIE LINKE. Trier, DKP Trier, FAOSE, Fixed & Fertig Afterhour Racing Team, Grüne Jugend Trier, JungeNGG Trier, JungeNGG Südwest, Trierer Jusos, Komplex – Infoladen Trier, Kosmopolitische Plattform – Trier, KSJ Trier, Linke Liste – Trier, Linksfraktion Trier, Linksjugend ’solid Trier, Multikulturelles Zentrum Trier, Punkrock-Tresen Trier, SCHMIT-Z, SDAJ Trier, SJ – Die Falken Stadtverband Trier, SJD – Die Falken Rheinland-Pfalz, ver.di Jugend Rheinland-Pfalz-Saarland, Volxküche Trier, YXK Trier

Presse:

Ankündigung im Trierischen Volksfreund
Artikel im Trierischen Volksfreund

Demo und Straßenfest 2017

Im Jahr 2017 war das erste mal das After Hour Racing Team mit einem Fahrradreparaturstand beim Fest, erstmals trat DMO, ein junger Rapper aus Trier auf, außerdem Mostafa HZR, ein Rapper aus Aachen und für elektronische Musik sorgte Skp>>FWD. Erneut waren über 200 Menschen bei Fest und Demo dabei.

Aufruf des Maibündnisses 2017:

Roter 1. Mai – Her mit dem schönen Leben! Wir lassen uns nicht spalten!

Der 1. Mai ist weltweit der Kampftag der arbeitenden Klasse. In Trier werden wir diesen zum dritten Mal mit einer Demo und einem großen Straßenfest in der Hornstraße feiern.
Und das, obwohl die Zustände, in denen wir leben, alles andere als ein Grund zum Feiern sind – im Gegenteil: Während sich die Öffentlichkeit über angeblich sinkende Arbeitslosenzahlen freut, sieht die Wirklichkeit für immer mehr Menschen immer weniger rosig aus. 50 Stunden Arbeit pro Woche in 3 verschiedenen Minijobs – darf es noch ein bisschen mehr sein? Und das für satte 8,84 Euro pro Stunde – danke für die Blumen. Viele Frauen dürfen ganz nebenbei noch den Haushalt organisieren und ggf. die Kinder erziehen. Eine existenzsichernde Rente kann man sich trotz 45-jähriger Erwerbstätigkeit abschminken – muss halt länger gearbeitet oder früher gestorben werden. Auch für Studierende hält die „Soziale Marktwirtschaft“ gleich eine ganze Palette an Möglichkeiten bereit: Unbezahlte Praktika, sachgrundlose Befristungen oder sich ganz dynamisch von einem befristeten Teilzeitjob zum nächsten durch die gesamte Republik verschaukeln zu lassen. Yolo!
Und wer auf dem Arbeitsmarkt gerade nicht gebraucht wird, kann sich dafür gratis mit Bewerbungstrainings und Kürzungen schikanieren lassen. Sinnentleerte Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Zeitarbeit und unwürdige Integrationsmaßnahmen machen die Entmündigung perfekt.
All das verdanken wir nicht den Fehlentscheidungen eines Gerhard Schröder, sondern den Gesetzen der „freien Marktwirtschaft“. Im globalen Konkurrenzkampf zu ständiger Profitmaximierung gezwungen, überwinden die großen Unternehmen jede Grenze. In anderen Ländern werden Märkte mit Waffengewalt gesichert und erschlossen, hierzulande werden über Privatisierungen bspw. im Gesundheits- oder Bildungswesen neue Möglichkeiten geschaffen, die Arbeit der lohnabhängigen Bevölkerung in profitbringende Bahnen zu lenken. Arbeitskraft soll immer billiger und effizienter werden – Flexibilität ist in aller Munde.
Doch was uns vielversprechend als Freiheit und Selbstbestimmung angepriesen wird, bedeutet im Endeffekt Unsicherheit und Selbstausbeutung. Auch setzt die Notwendigkeit, die Wirtschaft am Laufen zu halten, die Politik unter Zugzwang. Im Klartext bedeutet das Sozialabbau und den Rückgang demokratischer Mitbestimmung.
Dass diese Verhältnisse scheiße für alle Beteiligten sind, erkennen Viele. Allerdings ziehen auch nicht Wenige daraus die falschen Schlüsse. Sie treten umso fester nach unten und buckeln nach oben, suchen ihr Heil in einer nationalistischen „Volksgemeinschaft“, anstatt sich zu organisieren, um diese Verhältnisse zu kritisieren und letztendlich zu revolutionieren.
Wir feiern trotzdem zusammen. Denn: eine andere, eine bessere, eine solidarische Welt ist möglicher denn je. Heute stehen die technischen Möglichkeiten zur Verfügung, allen Menschen, auf allen Kontinenten, ein gutes, sorgenfreies und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Armut, Verelendung und Fluchtursachen abzuschaffen, heißt den Kapitalismus zu überwinden – weltweit!
Lasst uns zusammen kämpfen und feiern!

Unterstützer*innen des Aufrufs 2017:

Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Trier, DGB Hochschulgruppe Trier, DGB Jugend Trier, DIE LINKE. Trier, EVG Jugend Trier, FAOSE Trier, FAT – Feministische Aktion Trier, Fixed & Fertig Afterhour Racing Team Trier, Für ein buntes und weltoffenes Konz, Grüne Jugend Trier, IG Metall Jugend Trier, JCL – déi jonk Kommunisten (Luxembourg), JungeNGG Trier, KSJ Trier, Komplex – Infoladen Trier, Linke Liste an der Uni Trier, Linksfraktion im Trierer Stadtrat, Linksjugend [’solid] Region Trier, Multikulturelles Zentrum Trier, SDAJ Trier, SJ – Die Falken Stadtverband Trier, ver.di Region Saar Trier, YXK Trier, YDG Trier

Presse:

Ankündigung im Trierischen Volksfreund
Artikel im Trierischen Volksfreund

Demo und Straßenfest 2016

Das erste Fest nach dem Umzug des Infoladens in die Hornstraße 7 nach Trier-West, fand auch zum ersten Mal auf der anderen Seite der Mosel statt. Diesmal auch das erste Mal mit Musikgruppen aus Trier und der Umgebung. Über 200 Menschen folgten dem Aufruf und waren zu Gast beim Straßenfest in Triers Westen.

Aufruf des Maibündnisses 2016:

Heraus zum Roten Ersten Mai! – Wir lassen uns nicht spalten!

Demo am 1. Mai – was hat das mit mir zu tun?

Der 1. Mai ist ein Tag zum Feiern. Soweit sind sich die Meisten einig. Zum ersten Mal wurde der 1. Mai im Jahr 1890 als Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse von Lohnabhängigen auf der ganzen Welt gefeiert.

Von Anfang an ging es am 1. Mai also sowohl um das gemeinsame Feiern, als auch um den gemeinsamen Kampf. Nur wer kämpft da eigentlich gegen wen und wofür? Die Arbeiterklasse: damit sind all diejenigen gemeint, die für ihren Lebensunterhalt gegen Lohn arbeiten gehen müssen. Das betrifft Lohnabhängige, Auszubildende und Arbeitslose unabhängig von Herkunft und Pass. Gemeinsam kämpfen wir für unsere Interessen. Für sichere Arbeitsplätze, Lohnerhöhungen, kürzere Arbeitszeiten, Mitbestimmungsrechte am Arbeitsplatz, für Arbeitsschutz und gegen Arbeitshetze. Deswegen müssen wir uns wehren gegen Stellenabbau, Lohnkürzungen, schlechte Arbeitsbedingungen, Überstunden und alles weitere, dass sich gegen unsere Interessen richtet. Wir kämpfen dafür nicht nur am 1.Mai, sondern das ganze Jahr an unserer Schule, unserem Arbeitsplatz, unserer Uni und auch in unserem Stadtteil.

Dieser Kampf, und damit auch der 1. Mai, ist keine verstaubte Tradition aus dem 19. Jahrhundert. Er ist heute für alle Lohnabhängigen nötiger denn je! Jeder Azubi weiß das, wenn er oder sie erst keinen Ausbildungsplatz findet und dann auf Überstunden, miese Vergütung und ausbildungsfremde Tätigkeiten verpflichtet wird. Jeder und jede Arbeitslose weiß das, wenn er oder sie das gleiche Bewerbungstraining zum fünften Mal machen muss, weil am Ende höchstens Leiharbeit für ein halbes Jahr herausspringt. Jeder und Jede Lohnabhängige ohne deutschen Pass weiß es, wenn die Zeugnisse nicht anerkannt werden und die beruflichen Aussichten sich auf Ein-Euro-Jobs und Praktika beschränken.

Die Bundesregierung sagt: die deutsche Wirtschaft muss wachsen, deshalb muss sie bei den Löhnen sparen. Wir sagen: das hat System! Ein System, in dem nicht für die Befriedigung der Bedürfnisse Aller gearbeitet und gewirtschaftet wird, sondern für den Profit. Ein System, gegen das es sich zu kämpfen lohnt und gegen das wir am 1. Mai zusammen auf die Straße gehen. Warum? Erstens: Weil du auch Lohnarbeiter oder Lohnarbeiterin bist! Zweitens: Weil Du Deine Interessen allein nicht wirst durchsetzen können gegen Arbeitgeberverbände, Wirtschaftslobbys und eine Regierung, die Deine Interessen mit Füßen treten. Dieses System muss überwunden werden! Dieses System heißt Kapitalismus!

Straßenfest in Trier-West! – Warum bin ich eingeladen?

In Trier-West hat die AfD bei den Landtagswahlen im März mit die meisten Stimmen geholt. Und das obwohl hier der Anteil an Arbeiterinnen und Arbeitern und auch Arbeitslosen, der in prekären Verhältnissen leben muss, neben Trier-Nord am höchsten ist und die AfD sich mit ihrer Politik gegen sie richtet. Mit unserer Demonstration nach Trier West und dem Straßenfest vor in Trier-West wehren wir uns auch gegen alle rassistischen Ausgrenzungen und Spaltungsversuche, wie sie zum Beispiel von der AfD formuliert werden.. Mit der Demo nach Trier-West und dem Fest in Trier-West wehren wir uns auch gegen alle Spaltungsversuche wie sie zum Beispiel von der AfD formuliert werden. Parolen wie „Politik für das eigene Volk“ oder „Wie sind nicht das Weltsozialamt“ verstärken die Konkurrenz unter den Lohnabhängigen und behindern den gemeinsamen Kampf. Warum? Weil die AfD eben nicht die Interessen „der kleinen Leute“ vertritt, sondern neben Rassismus und Sexismus auch, wie die anderen etablierten Parteien, für Arbeitszwang, Rentenkürzungen und die Privatisierung des Gesundheitssystems steht.

Was ist der Komplex?

Als neues politisches Zentrum in der Hornstraße 7 ist der „Komplex-Infoladen Trier“ die erste Anlaufstelle in Trier-West für alle Ausgebeuteten, Antifaschistinnen und Antifaschisten, Feministen und Feministinnen, Linke, Revolutionärinnen und Revolutionäre. Dort findet am 1. Mai das Straßenfest statt, zu dem Du herzlich eingeladen bist, wenn Du auch gegen Rassismus, Ausbeutung und Krieg bist und mit uns den Kampftag der Arbeiterklasse feiern willst!

Nichts zu verlieren – eine Welt zu gewinnen!

Heraus zum Roten 1. Mai in Trier!

Unterstützer*innen des Aufrufs 2016:

Cosmopolitische Assoziation Trier, DGB Jugend Trier, DIE LINKE. Kreisverband Trier-Saarburg, EVG Jugend, FAOSE Trier, Feministische Aktion Trier (FAT), IG Metall Jugend Trier, jungeNGG Trier, Kompləx – Infoladen Trier, Linksjugend [’solid] Trier, Multikulturelles Zentrum Trier, Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) Trier, Sozialistische Jugend – Die Falken Trier, Küche für Alle, ver.di Jugend Bezirk Region Saar Trier

Presse:

Artikel im Trierischen Volksfreund

Demo und Straßenfest 2015

Zurückgegangen auf den Gedanken am 1.Mai ein klares antikapitalistisches Zeichen in Trier zu setzen und trotzdem ganz klar keine Konkurrenzveranstaltung zum Fest des DGB zu oganisieren, sondern eine anschließende, beschloss das Maibündnis in Absprache mit dem DGB Trier bei Beginn des Familienfestes des DGB mit einer Demonstration zum Straßenfest auf den Platz der Solidarität (Eberhardstraße/Ecke Weidegasse) nach Trier-Süd zu ziehen. 16 Jahre nach dem faschistischen Brandanschlag auf den alten Infoladen in der Eberhardstraße während eines Festes 2001 (siehe: https://www.infoladen.de/netz/intern1.htm) wieder ein Fest für den Infoladen (2015 in der Hommerstraße 14) zu organisieren, war ein öffentlich wahrnehmbares Zeichen, dass die linke Szene in Trier noch aktiv war. Das Ergebnis war ein überraschend gut besuchtes Straßenfest, kämpferische Reden, Musik aus der Dose, veganes Essen, eine Filmvorführung, ein überfüllter Infoladen gute Stimmung von unterstützenden Organisationen, Vertreter*innen verschiedener Organisationen, vielen Geflüchteten und Nachbar*innen.

Aufruf des Maibüdnisses 2015:

Es wird behauptet, wir würden zu mündigen Menschen erzogen, aber in Schule, Ausbildung und Universität regulieren immer striktere Stundenpläne unser Lernen und bestimmen unsere Lebenszeit. Die erkämpfte Lockerung der Geschlechterrollen hat die doppelte Unterdrückung von Frauen nicht aufgehoben, die weiterhin vorwiegend alleine für Sorge-Arbeiten zuständig sind, sich aber zugleich auch in Beruf und Karriere durchsetzen müssen. Der gesellschaftliche Reichtum wächst, aber das gute Leben für Alle lässt weiter auf sich warten. Stattdessen dominieren Umverteilung nach oben, Stress und Langeweile auf der und Angst um Arbeit. Die weltweite Warenproduktion verspricht globale Freizügigkeit. Aber die Verlierer genau dieser Warenproduktion sterben zu Tausenden an den Außengrenzen der Europäischen Union. Technischer Fortschritt könnte unser Leben erleichtern und Arbeit einsparen, aber in Deutschland hat sich schon seit der Revolution von 1918 am 8-Stunden-Tag nichts geändert – trotz zunehmender Arbeitslosigkeit.
Die Möglichkeiten, die uns für ein selbstbestimmtes und gemeinsames, angstfreies und solidarisches Leben zur Verfügung stünden, stehen im Widerspruch zum Kapitalismus und seinen alltäglichen Zumutungen. So lange unser Lernen der Verwertung dient und unsere Leben in Privatheit und Arbeit zerstückelt sind, so lange der gesellschaftliche Reichtum den meisten von uns in Form von Waren entzogen bleibt und so lange die Menschheit in Klassen, Nationen und Geschlechter gespalten ist, leben wir im Widerspruch. Freilich werden solche Widersprüche sehr unterschiedlich verarbeitet.
Der 1. Mai als internationaler Kampftag der Arbeiter*innenbewegung steht für ein fortschrittliches Vorgehen: Angesichts der immer weiter steigenden Produktivität bei gleichzeitiger Überlastung und Verelendung der Arbeiter*innen, hat die nordamerikanische Arbeiterbewegung am 1. Mai 1886 den Generalstreik für den Acht-Stunden-Tag ausgerufen. In der Folge kam es zu Auseinandersetzungen, für die der Staat des Kapitals sechs Anarchisten zum Tode verurteilte. In Erinnerung an diesen Kampf und seine Ziele erklärte der Internationale Sozialistenkongress von 1889 den 1. Mai zum Kampftag und rief zum 1. Mai 1900 zu Demos für den Acht-Stunden-Tag auf.
So sehr das Leiden unter den kapitalistischen Widersprüchen ein Anfangspunkt für radikalere Kämpfe sein kann, so ist es doch keine Garantie für richtige Einsichten und ein fortschrittliches Bewusstsein. Wir haben in den letzten Monaten erlebt, wie Menschen ihre Angst vor sozialem Abstieg in rassistische Ressentiments umgemünzt und als Hetze gegen Ausländer auf die Straße getragen haben. Unter dem Deckmantel von Religionskritik haben PEGIDA und ihre Ableger in vielen deutschen Städten 1000e Anhänger für ihre menschenfeindlichen Parolen finden können. Auch der Aufstieg der rechtspopulistischen Parteien in Europa, wie z.B. der AfD in Deutschland, zeigt, wie die Krisenerfahrungen der letzten Jahre in reaktionäre Erklärungsmuster münden können. 70 Jahre nach der Befreiung Europas von der Gewaltherrschaft der Nazis ist für uns deshalb klar, dass der erste Mai ein internationalistischer Kampftag ist, an dem wir uns nicht gegeneinander ausspielen lassen und gemeinsam ein klares Zeichen gegen Kapitalismus, Rassismus, Sexismus und Antisemitismus setzen wollen.

Durch die kapitalistische Krise verwandelt sich die politische Landschaft in der BRD in eine unübersichtliche Situation: Ansätze sozialer Bewegungen, wie etwa MieterInnenproteste unter dem Motto ‚Recht auf Stadt‘ oder die Kämpfe von Geflüchteten, stehen reaktionären Strömungen wie der marktradikalen AFD, PEGIDA und den „Mahnwachen“ gegenüber. Die etablierten Parteien bemühen sich, die Proteste von allen Seiten zu integrieren. Mit Mindestlohn und Mietpreisbremse werden die Einen scheinbar bedient, während durch die für 2015 angesetzte Reform zur Verschärfung des Asylrechts der Ausschluss der Anderen vorangetrieben wird. Der deutsche Kurs der Austeritätspolitik sorgt hier und vor allem in Griechenland, Spanien und Portugal für eine Verschärfung der Ungleichheit und gefährdet soziale und demokratische Errungenschaften. Den stattfindenden sozialen Kämpfen und Konflikten, vor allem aber ihrer ideologischen Verarbeitung, wollen wir etwas entgegensetzen.
Wir schaffen uns einen Raum in der Nähe des Trierer Infoladens, um zusammenkommen, zu reden, sich auszutauschen, zu feiern und sich untereinander kennenzulernen. Dabei laden wir ausdrücklich alle Interessierten dazu ein, vorbeizukommen und mit uns Musik und ein paar Redebeiträge zu hören. Auch wer selbst noch nicht daran gedacht hat die „ganze Bäckerei“ übernehmen zu wollen, ist herzlich eingeladen sich bei uns ein Stück Kuchen abzuholen.

„Reißen wir die Mauern ein, die uns trennen, kommt zusammen Leute, lernt euch kennen. Du bist nicht besser, als der neben dir, Keiner hat das Recht Menschen zu regier’n“ (Ton Steine Scherben)

Unterstützer*innen des Aufrufs 2015:

Autonome Antifa Trier, DGB-Jugend Trier, Feministische Aktion Trier, Infoladen Trier, jungeNGG Trier, LINKE.SDS Trier, Linksjugend [’solid] Trier, Multikulturelles Zentrum Trier, Referat für Antirassismus und Antifaschismus an der Uni Trier, Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) Trier, Sozialistische Jugend – Die Falken Trier, TrierVegan